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Schlafstörungen im Schulalter

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Schlafstörungen im Schulalter

Sie gehören zum Praxisalltag. Mütter, die über Schlaftstörungen ihrer Kinder klagen. Die einen sind kaum ins Bett zu kriegen, liegen noch lange wach. Es sind die Einschlafgestörten. Die anderen wachen nachts auf, rufen oder weinen aus unbestimmten Ängsten oder konkreter Furcht. Sie schlafen nicht selten viel lieber im elterlichen Bett. Dies sind die Durchschlafgestörten. Die Folgen im Schulalltag sind Apathie durch Müdigkeit, Lustlosigkeit, Gereiztheit, Konzentrationsstörungen, wenig Ausdauer und Merkschwächen.

Wieviel Schlaf braucht ein Schulkind?
Schlafzeit und Schlafmaß sind individuell und nicht an eine feste Zeit gebunden. Allgemein könnte man sagen: lebhafte, aktive und nach außen orientierte Kinder brauchen in der Regel weniger Schlaf, als die stillen, zarten, die sich gerne im Schlaf wegträumen. Dennoch: Jedes Kind braucht Phasen im Alltag. Gemeint sind wechselnde Leistungs- und Ruhephasen: Anspannung – Entspannung/Aktivität – Passivität. Heutzutage ist das Verhältnis häufig unausgewogen. Stille, Ruhe und Langeweile werden von vielen Kindern nur schwer angenommen. Meist überwiegen die Aktivitätsphasen. Der kindliche Organismus reagiert mit Unruhe, Überdrehtheit, Ängsten. Im Zentrum für Schlafmedizin der Universität Regensburg beschäftigt man sich mit den Folgen von Schlafmangel. So wurden in Tests neu erlernte Vokabeln nach verschiedenen Schlaflängen abgefragt. Im Schlaf wird Wissen verarbeitet und gespeichert. Wer zu wenig Tiefschlaf bekommt, vergisst deutlich leichter. In vielen Fällen kann erfolgreich geholfen werden. Richtig schlafen ist wieder erlernbar. Noch bevor ein Medikament verordnet wird, sollten Mutter und Kind ausführlich das Schlafproblem mit dem Therapeuten, Heilpraktiker oder Arzt besprechen. Unter die Lupe genommen wird der Tagesablauf, die familiären abendlichen Rituale, der Schulalltag und der gesundheitliche Zustand des kleinen Patienten. Eine pädagogische Beratung ersetzt in den meisten Fällen die Arznei.

Gründe für kindliche Schlafstörungen
Geistige Ebene:
– übermäßiger Gebrauch von TV, PC, Gameboy etc.
– Mangelnde Zuwendung/Verlassenheitsgefühl
– Schulsorgen durch zu schwer empfundene Pflichten
– Leistungsversagen
– Prüfungsängste
– Mopping
– Perfektionsstreben
– Schlechte Familienstimmung – Trauer/Schock/Krankheit
– Angst vor Strafe/Blamage

Äußere Ebene:
– Belastende Wohnverhältnisse
– Ungesundes Raumklima
– Elektrosmog
– Kopkissen/Zudecke unpassend
– Späte/schwere Mahlzeiten

Körperliche Ebene:
– Allergien (Juckreiz, Hustenreiz, Räusperzwang, Stockschnupfen, Krämpfe)
– Wurmerkrankungen (häufig!)
– Blähungen (häufig!)
– Mangel-/Fehlernährung

Tagesablauf:
Ein ruhiger, möglichst gleichmäßiger Rhythmus mit wechselnden Ruhe- und Aktivitätsphasen, die strikte Trennung von Lernzeit und Freizeit werden erreicht, wenn sich die Eltern in ihrem Erziehungsverhalten auf einen liebevollen, aber konsequenten Stil umstellen. Achten sollten sie auch auf regelmäßige Essenzeiten, eine ausgewogene vitale Ernährung, sowie regelmäßige sportliche Aktivitäten. Rituale und Schlafkultur: Die Erzähl- und Vorlesezeit, der Körperkontakt, die Schlafmusik sollten solange wie nur möglich beibehalten werden. Ein sich immer wieder ins elterliche Bett kuschelnde Kind wird liebevoll, aber bestimmt in sein eigenes Bett zurückgebracht. Teilen Sie ihrem Kind mit, wie Sie selbst den weiteren Abend verbringen, wie Sie die verbleibende Zeit bis zum Schlafengehen für sich nutzen wollen. Das bringt Sicherheit und Ordnung in die kindliche Gedankenwelt. Bestärken Sie ihr Kind für den kommenden Schultag, geben Sie Vertrauen, machen Sie Mut und wünschen Sie eine gute Nacht. Kinder sollen, ja sie müssen erfahren, dass ihre Eltern absolut zuverlässig und glaubwürdig sind. Durch das Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit verbunden mit einem konsequenten Erziehungsstil erfährt das Kind Grenzen. Ein solcher Rahmen gibt Sicherheit und nimmt Ängste und Befürchtungen.

Tipps aus der Kinderheilpraxis
– stilles Wasser oder Tee trinken am Abend, keine Kuhmilch
– Schlafschwierige Kinder in Nord/Südrichtung schlafen lassen (Kopf im Norden)
– Bei elektrosensiblen Kindern Netzfreischalter einbauen lassen oder Sicherung im Kinderzimmer über Nacht auf aus
– Für warme Füße sorgen
– Abendmahlzeit mind. 2-3 St. vor dem Schlafengehen einnehmen/ Kohlenhydrate bevorzugen
– Rauchen Sie nicht in den Wohnräumen
– Kalzium/Magnesium Trunk (Dosierung !) 30-60 Minuten vor dem Zubettgehen einnehmen.

Autorin: Marion Schmidt Hp./Päd. www.lernen-neu.de

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