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KITZ Kinotipp: Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten

Filmstart: 31. Januar

Das größte Abenteuer seines Lebens beginnt für Checker Tobi auf einem Piratenschiff mitten im Meer. Dort entdeckt er eine Flaschenpost, in der ein Rätsel steckt. Wenn er es löst, wird er das Geheimnis unseres Planeten lüften. Eine aufregende Schnitzeljagd um die Erde beginnt! Tobi klettert auf den Krater eines feuerspeienden Vulkans, taucht mit Seedrachen im Pazifik, erkundet mit Klimaforschern die einsamsten Gegenden der Arktis und landet ausgerechnet in der trockensten Zeit des Jahres in Indien. In Mumbai wird er zum Bollywoodstar, ehe der Monsun die Megametropole verwandelt. Schließlich checkt Tobi, dass er des Rätsels Lösung während seiner ganzen Reise vor Augen hatte.

Der KiKA-Held vieler Kinder erobert endlich die große Leinwand. Der Kinofilm „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ ist noch lustiger, spannender und emotionaler als Tobis TV-Reportagen. Ein Abenteuerfilm für die ganze Familie!

Interview mit Tobi Krell

Tobi, wie oft hast du in deinem Leben eine Flaschenpost gefunden?
Im Kinofilm zum ersten Mal! Aber ich habe als Kind Flaschenpost geschrieben, gemeinsam mit meiner Oma in Mainz. Ich habe Bilder und kleine Geschichten in die Flaschen gesteckt und dann in einen Bach geworfen. Immer mit meiner Adresse und der Hoffnung, dass eine Antwort kommt – die kam aber leider nie.

Dafür schickt dich jetzt im Film das Rätsel aus der Flaschenpost auf eine Reise um die Welt. Wie hast du diese Schnitzeljagd erlebt?
Tatsächlich war das die bislang aufregendste Reise meines Lebens. Außerdem ist der Kinofilm sowas wie die Erfüllung all meiner Träume – Filme sind meine große Leidenschaft! Ich habe als Kind Filme fünf, sechs, sieben, acht, neun Mal gucken können, ohne dass mir langweilig wurde.

Welche Filme waren das?
Pippi-Langstrumpf-Filme. „Robin Hood – König der Diebe“ war ein sehr wichtiger Film. Genauso andere Abenteuerfilme wie „Der weiße Hai“ und „Indiana Jones“. Ich war auch eigentlich noch viel zu jung, als ich zum ersten Mal „Der mit dem Wolf tanzt“ geschaut habe. Der geht vier Stunden. Und ich habe ihn einen Sommer lang jeden Tag geguckt – zumindest fühlte es sich so an. Ich habe später bei der Berlinale gearbeitet und eine Kinosendung moderiert. Bei unserem Kinofilm wiederum habe ich sehr viel über die Arbeit hinter der Kamera gelernt: Wie entwickelt man einen Stoff fürs Kino? Wie bekommt man dafür Fördergelder? Wie dreht man das, technisch und inhaltlich?

Der Film war also harte Arbeit, und weniger Urlaub und Spaß?
Auf jeden Fall! Wir hatten lange, lange Tage. Oft keine Pausen. Zwischendurch wurde ich auch mal krank. Das war eine unheimliche Belastung für mich, weil ich ja vor der Kamera richtig gut sein wollte. Die Dreharbeiten waren aber auch ein großes Geschenk, weil ich wohl ohne den Film nie an so viele aufregende Orte gekommen wäre.

Plötzlich stehst du im Regenwald in Vanuatu und triffst ein indigenes Volk.
Genau! Diese Menschen leben so anders als wir in Europa. Sie haben mit vielen Farben geschminkte Gesichter und fürchten sich vor dem Geist des Vulkans Yasur. Mit Liedern und Tänzen bitten sie ihn, dass er sie verschont. Während des Drehs hörten wir den Vulkan die ganze Zeit grollen. Schließlich selber am Krater zu stehen, war unfassbar. Da spritzen Lavabomben raus, die so groß sind wie ein LKW!

Für die nächste Station musstest du Tauchen lernen. Fiel dir das leicht?
Nein, im Gegenteil. Ich bin zwar nicht wasserscheu, habe aber Respekt vor Wasser, vor Tiefe, vor dem Nicht-Atmen-Können. Und ich hatte Probleme mit dem Druckausgleich. Ich habe dann zehn Monate trainiert. Erst in einer Sauerkrautfabrik, wo große Becken mit Wasser geflutet wurden, dann im Walchensee in Bayern.

Vom See in den Pazifik. Hat sich die Mühe gelohnt?
Wir haben in Tasmanien drei Tage unter Wasser gedreht. Mit dem Taucher Uli Kunz, einem der lustigsten Menschen, die ich kenne. Am dritten Tag konnte ich das Tauchen dann endlich so richtig genießen. Unter Wasser eröffnet sich eine eigene Welt, die mindestens so groß ist wie die Welt über Wasser. Wir gingen ziemlich tief runter, auf 20 Meter Tiefe. Wir sind in Höhlen getaucht und haben den Seedrachen getroffen.

Ist der Seedrache dein Lieblingstier im Film?
Der Seedrache war toll. Aber mein Lieblingstier ist das Bärtierchen – einfach, weil es ein abgefahrenes Wesen ist, das lustig aussieht und faszinierende Sachen kann. Eine andere fantastische Begegnung waren die Delfine. Wir haben sie zufällig getroffen und haben dann einen halben Tag mit ihnen verbracht. Sie haben einfach nicht aufgehört, neben unserem Boot zu hüpfen.

Wie war es für dich, wie ein Bollywoodstar zu tanzen?
Diese Szene war, wie der Dreh auf dem Piratenschiff, eine ganz besonders aufregende Erfahrung – weil diese Szenen besonders aufwendig gedreht wurden und ich wie ein Schauspieler agieren musste. Die Kamera war auf mich gerichtet, und ich sollte auf Kommando etwas abliefern. Ich habe mit Tanztrainern, die für große Bollywoodfilme Choreografien erfinden, die Schritte einstudiert. Parallel musste ich den Text des Liedes auswendig lernen, in einer Sprache, die ich nicht kannte. Dann stand ich in einem goldenen Kostüm inmitten von zehn Tänzerinnen und Tänzern. Ich sollte in die Kamera lächeln, aber ich habe echt richtig gezittert vor Aufregung! Jedes Mal, wenn ich einen Fehler gemacht habe, mussten alle von vorn anfangen. Irgendwann hat zum Glück alles geklappt. Am Abend lag ich dann im Bett und war richtig stolz auf mich.

Hast du nun Schauspielambitionen?
Jein. Es macht mir großen Spaß, in andere Rollen zu schlüpfen. Ich arbeite aber nicht gezielt an einer Schauspielkarriere, trotzdem würde ich mich natürlich nicht davor wehren, wenn jemand mit einem spannenden Angebot ankommt. Zum Beispiel habe ich gerade in einem Kinderspielfilm eine kleine Nebenrolle gespielt.

Gibt es einen Unterschied zwischen Tobi Krell, der in „Checker Tobi“ als Reporter unterwegs ist, und Tobi Krell im Kinofilm?
Ja. „Checker Tobi“ ist eine Kunstfigur – ein neugieriger, manchmal etwas naiver Typ, der stellvertretend für Kinder Fragen beantwortet und zwischendurch auch mal Quatsch macht. Er weiß oder kennt tatsächlich viele Dinge vorher nicht. Im Kinofilm bin ich aber nicht der Fernsehmoderator, sondern eher ein Abenteurer, der in Situationen gerät, die mich als Tobi Krell durchaus überraschen. Ich habe vielleicht vermutet, dass mich der Blick in den Vulkankrater überwältigen wird – aber nicht damit gerechnet, dass es mich so umhaut. „Checker Tobi“ würde in dieser Situation eine Frage nach der anderen stellen: Boah, ist das wirklich Lava? Was ist das überhaupt? Wie heiß ist das? Und so weiter. Im Kinofilm aber kann ich einfach gucken und die Dinge auf mich wirken lassen.

Mit welchem der Forscher, die du getroffen hast, würdest du gerne tauschen?
Die Tage in Grönland waren krass. Wie die Unterwasserwelt oder der Vulkan ist die Arktis einer der extremsten Orte, die man auf der Welt finden kann. Wir waren eine Woche im Eis. Und das war sehr anstrengend: Es wurde nicht dunkel, wir mussten zu viert in einem Zelt schlafen, es war sehr, sehr kalt. Die Forscher verbringen an diesem Ort eineinhalb, zwei Monate am Stück! Dafür ist ihr Arbeitsplatz wirklich abgefahren. Man spaziert eine halbe Stunde und ist dann in einer Gegend, in der es nichts Menschliches mehr gibt, auch keine Spur von Natur. Da ist es nur noch weiß. Das gibt es anderswo vielleicht nur noch auf dem Mond.

Warum musst du im Film so oft aufs Klo?
Weil es sich auf unserer Reise so oft wunderbar angeboten hat. Zum Beispiel hatten die Polarforscher in Grönland kleine Klo Zelte aufgebaut, mitten in der Eiswüste. Diese Szene ist aber leider wie viele andere Klowitze, die wir gedreht haben, aus Zeitgründen nicht im fertigen Film.

Gibt es sonst noch Szenen, die die Zuschauer des Films nicht sehen?
Oh ja! Unser erster Drehtag am Piratenschiff in Spanien zum Beispiel ging ziemlich in die Hose, weil das Meer sehr stürmisch war. Das Schiff hat so geschaukelt, dass dem halben Team schlecht geworden ist. Und zwar so schlecht, dass viele von ihnen zurück in den Hafen gebracht werden mussten, weil sie seekrank waren – inklusive unserem Hauptdarsteller Lars Rudolph! Und natürlich haben wir viele Szenen gedreht, die dem Schnitt zum Opfer gefallen sind. Das ist für einen Dokumentarfilm aber etwas ganz Normales. Und meine Lieblingsszenen haben es auch alle in den Film geschafft!

Wo ist dein Reisetagebuch aus dem Film heute?
Es steckt wie die Wasserflasche im Rucksack, der neben meinem Schreibtisch steht, in der Redaktion von „Checker Tobi“ bei der Produktionsfirma megaherz. Es klingt vielleicht kitschig, aber wenn ich diese drei Dinge sehe, dann erinnere ich mich ganz genau, wie zum Beispiel der Rucksack auf dem Sand in Tasmanien ausgesehen hat. Oder wie uns das Tagebuch beim Drehen manchmal zur Weißglut getrieben hat, weil es so kompliziert war, die Seiten umzublättern.

Dein Tipp als Reiseprofi: Was gehört in jeden Rucksack?
Sonnencreme, Mückenspray, Wasser, passende Kleidung – und Neugierde! Man sollte keine Scheu haben, mit den Menschen vor Ort Kontakt aufzunehmen, selbst wenn man nicht dieselbe Sprache spricht. Ich bin durch die Dreharbeiten für diesen Film auch bei privaten Reisen viel offener für zufällige Treffen geworden.

Wie reist du normalerweise?
Wenn es weiter weggeht, bin ich als Backpacker unterwegs. In Europa reise ich viel mit meinem VW-Bus und mache Camping. Gerade erst war ich zehn Tage alleine in Italien. Ich habe jeden Abend Tagebuch geschrieben, auf dem Handy. Die Lust, Dinge aufzuschreiben, zu sammeln und in sich weiterarbeiten zu lassen, ist durch unseren Film auf jeden Fall größer geworden.

Am Ende des Films erkennst du das Geheimnis unseres Planeten. Wie hat sich dein Umgang mit dem Wasser verändert?
Mir wurden an vielen Ecken der Welt die Augen geöffnet, wie gut wir es in Deutschland haben. Hier kommt immer Trinkwasser aus dem Wasserhahn, ganz selbstverständlich. Ich habe erlebt, wie in Indien oder auch in Vanuatu Menschen kilometerweit laufen müssen, um an sauberes Wasser zu kommen. Ich kaufe heute viel weniger Wasser in Plastikflaschen als früher. Und wenn, dann nur noch Wasser aus deutschen Quellen. Viel lieber nehme ich mir zwei Minuten am Morgen und zapfe Wasser aus der Leitung für meine Trinkflasche. Dabei mache ich mir immer wieder aufs Neue bewusst, welcher Luxus das ist.

Foto: © 2018 megaherz film und fernsehen - Martin Tischner