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Schüler unterwegs auf ihrer persönlichen Herausforderung

Ein Projekt an der Realschule Gut Warnberg

Was habt ihr gar nicht vermisst? „Das Handy!“ – wer hätte diese Worte aus dem Mund von 13- oder 15-jährigen Schülerinnen oder Schülern nach zwei kalten und regenreichen Wochen im September erwartet? Aber genau diese Antwort erhielten wir Pädagogen der Privaten Realschule Gut Warnberg in München Solln als Feedback zu unserem neuen Projekt „Herausforderung“, das wir in diesem Schuljahr erstmals durchgeführt haben.

Die Idee

Da den Kindern und Jugendlichen heutzutage viele Schwierigkeiten von Eltern und Lehrern eher aus als in den Weg geräumt werden, haben wir uns auf die Fahne geschrieben, die Kinder nicht nur in Schulfächern zu unterrichten, sondern sie auch in den Bereichen Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Unternehmergeist und Motivation zu fördern. Dabei stießen wir auf das Projekt „Herausforderung“ der Evangelischen Schule Berlin Zentrum. Nach vielen Vorgesprächen und einem Schülerworkshop mit den Betreuern und Schülern aus Berlin starteten wir im Februar 2017 unser eigenes Projekt „Herausforderung“.
Statt hinein in die Schule schicken wir unsere Schüler der Klassen 8 und 9 im September hinaus in die Welt. 11 Tage lang sind sie in Kleingruppen mit 100 Euro Budget pro Kopf zu einem selbstgewählten Ziel in Deutschland oder dem benachbarten Ausland auf ihrer persönlichen Herausforderung unterwegs. Ab Februar planen sie, organisieren, buchen und verteilen ihre Aufgaben. Ein Coach aus den Reihen des Kollegiums unterstützt dabei jede Gruppe.
Ihre Ziele sind vielfältig, ebenso die Reisemittel. Mit dem Radl, zu Fuß oder mit dem Longboard steuern sie ausgerüstet mit Zelten und Gaskochern ihre selbstgewählten Ziele an, direkt oder auf Umwegen, als Rundreise oder stationär auf einem Pferdehof. Begleitet werden sie dabei von erfahrenen ehrenamtlichen Jugendleitern.
Nicht nur das ungewohnt kalte und regnerische Wetter im September machte einzelnen Gruppen zu schaffen, sondern auch verpasste Züge, unnötige Umwege, Streit und Heimweh. Aber genauso erfuhren die Schüler großartige Gastfreundschaft und hatten viel Glück mit Unterkünften und leckeren Essensspenden. Für die Eltern war es die größte Herausforderung, loszulassen und nur sporadisch zu erfahren, wo das eigene Kind gerade ist und wie es ihm geht. Blogbeiträge der Begleiter halfen, sich hier in die Rolle des passiven Zuschauers hineinzufinden.

Elternstatements

„… Mehr Gelassenheit und Vertrauen in die eigenen Kinder.“
„Unser Sohn kam stolz und glücklich zurück und freut sich, dass er im nächsten Schuljahr wieder dabei sein kann.“
„… eine tolle Erfahrung, die man unbedingt wiederholen muss.“

Den Schülern wurde erst unterwegs bewusst, wie gut oder schlecht ihre Planungen waren und was es heißt, mit Rückschlägen wie Krankheit oder Abbruch umzugehen. Vor allem erlebten sie, wie stolz es macht, durchzuhalten und ein geplantes Ziel zu erreichen, wie viele hilfsbereite Menschen es überall gibt und wie bereichernd es sein kann, mit wenig Geld und ohne Handy unterwegs zu sein.

Schülerstatments

Wichtigster Gegenstand …? „Gaskocher“, „eigenes Flickzeug“
Besonders enttäuschend war …? „Dass unsere Gruppe die Herausforderung abbrechen musste.“
Was vermisst Ihr aus der Zeit der Herausforderung?
„Immer im Freien zu sein.“
Absolutes Highlight? „Traktorfahren …“, „Als wir am See von den deutschen Campern eine Kartoffelsuppe bekommen haben.“

Realschule Gut Warnberg, Warnbergstraße 1, 81479 München,
Tel: 089 – 749 150 0, info@rs-gutwarnberg.de; www.rs-gutwarnberg.de